Sonntag, 6. September 2009

Alles verstaut

Wie letztens angekündigt war dieses Wochenende dafür vorgesehen meine Wohnung in Hildesheim aufzulösen und alle meine Habseligkeiten nach Gent zu bringen. Als erstes mal ein riesen Dank an alle, die mir dabei geholfen haben, ist doch immer wieder toll, dass man Familie und Freunde hat, die einem helfen.

Wie lief das nun alles genau ab? Am Freitag hatte ich mir frei genommen, um möglichst früh auf die Autobahn zu kommen, damit ich am Freitag Nachmittag und frühen Abend die letzten Vorbereitungen treffen konnte und am Samstag dann alles verladen kann. Das sollte so nicht eintreffen. Zunächst mal war ich am Freitag Morgen um 8:30 Uhr bei Europcar um den bestellten Sprinter abzuholen. Ich hatte explizit nach einem Sprinter gefragt, was die Dame in deren Büro aber als kleinen Transporter interpretiert hat und ich somit nach Vertragsunterschreibung einen Ford-Transit mit 6m³ Ladevolumen präsentiert bekam.

Ich war mehr als leicht irritiert und meinte, dass es sich dabei um einen Fehler handeln müsse, denn in das kleine Ding, passen meine Sachen definitiv nicht rein, auch wenn ich nicht soo viel Kram besitze. Der Mann am Schalter bei Europcar hat sich dann ca. 47 Mal entschuldigt und mir angeboten irgendwo anders etwas größeres aufzutreiben. Vor meinem inneren Auge, war ich schon in meinem Peugeot auf der Autobahn um in Hildesheim ein Auto zu mieten und die ganze Tour 2 mal zu fahren, aber soweit sollte es nicht kommen, denn die Europcar-Filiale in Antwerpen hatte einen kleinen LKW und da Antwerpen auf dem Weg liegt, war das eine ganz gute Lösung. Mit dem Ford-Transit ausgestattet ging es dann also Richtung Antwerpen, wo ich mich durch den Vormittagsverkehr zu Europcar vorgetastet habe. Das andere Auto konnte ich dann dort stehen lassen und habe eine IVECO mit Hebebühne und jeder Menge Platz bekommen, nun hieß es nur noch, zurück auf die Autobahn Richtung Hi.

Die Fahrt nach Hi zog sich dann wie Kaugummi, denn das Gefährt, was ich hatte, ist ja ein kleiner LKW und darf damit ja nicht zu schnell fahren, was bedeutet, dass 98 Km/h das höchste der Gefühle war. Wie man sich denken kann, rückte mit diesem Gefährt die Idee, des Nachmittagsräumens in weite Ferne und die wunderbaren Dauerbaustellen auf der A2 und das übliche Chaos im Ruhrgebiet machten die Reise auch nicht gerade spaßiger. Ich kann jetzt verstehen, wie sich LKW-Fahrer fühlen, und ich möchte niemals einer sein! Lange Rede, kurzer Sinn, ich war gegen 18:00 Uhr endlich in good old Harber, wo ich mit Mettbrötchen, Suppe und Klopsen empfangen wurde, was die Reisestrapazen etwas verblassen lies.

Frisch gestärkt und nach 15 minütigem Rumpropeln an der Hebebühne, um zu verstehen, wie die denn wohl funktioniert, ging es dann mit Unterstützung nach Hildesheim. Hier hatte ich erstmal ein riesiges Glück, dass direkt vor meiner alten Wohnung ein Parkplatz frei war und ich meinen LKW verstauen konnte. (Ich hatte während der Fahrt die ganze Zeit das Bedürfnis eine Truck-Stop-CD zu hören, ob das noch normal ist? ;-)).

Gegen 19:30Uhr war ich also endlich da, wo ich so gegen 15:00 Uhr sein wollte, aber mit meiner Hilfe im Schlepptau ging der Rest der Vorbereitungen flott von der Hand. (Wir spulen mal vor, bis Samstag Morgen, was ich geträumt habe, weiß ich nämlich nicht mehr)

Am Samstag Morgen um 9:00 Uhr ging es dann also weiter, mit eifriger Hilfe von Familie und Freunden und sehr guter kulinarischer Versorgung war meine ganze Habe innerhalb von guten 2 Stunden verpackt. Ich hatte schlimmeres erwartet, aber man soll ja nicht immer von den schlimmsten Umzügen, bei denen man dabei war, auf den eigenen schließen, ich denke es war alles ganz gut vorbereitet... Gegenn 11:45Uhr war ich dann bereit, ich hatte alle Räume noch ein letztes Mal gesehen, mich bei allen Helfern und bei meinen Vermietern verabschiedet und war bereit auf die Autobahn zu fahren. Los ging es also, gute 540 Km vor mir, eine leerer Tank und die Hoffnung heute etwas besser durch zu kommen; ich sollte mich täuschen:

Nach nicht einmal 2 Stunden hatte mich mein Vater, der im Auto mitgekommen war, schon eingeholt, was kein Wunder ist, bei der Höchstgeschwindigkeit, die so ein LKW hat und haben darf, aber von da an war es nur noch nervig: Wenn es nicht gerade regnete, wie ich es selten gesehen habe, dann standen wir in langen Blechschlangen und quälten uns langsam vorwärts. (Habe ich schon gesagt, dass ich das niemals beruflich machen wollte? Hut ab vor Leuten, die das jeden Tag durchhalten...) Ich erspare mir hier mehr Details, es war ätzend und gegen 20:00 Uhr waren wir dann endlich in Gent. Nach einem kleinen Umweg, den ich zu verschulden hatte, war der LKW verstaut und wir hatten das auspacken auf Sonntag Morgen verschoben, da sich bei uns beiden die Lust sehr in Grenzen hielt, noch irgend etwas zu tun.

Das wichtigste Ziel war nun Hotel für meinen Helfer finden, was Essen (+ ein Bier) und dann genug schlafen, um morgens wieder fit zu sein. Wir haben alle Ziele erreicht und darüber hinaus habe ich noch ein wenig von Gent gezeigt, was in vielen "Oooohs", "Aaaahs" und "Wows" resultierte. Mein großzügiger Unterschlupfgewährer hat sich auch spontan bereit erklärt uns zu helfen und so haben wir den LKW in 2,5 Stunden komplett leer geräumt und alles in meinem gemieteten Lagerraum verstaut. Zur Belohnung gab es dann für alle noch ein spätes Frühstück und ich war mehr als froh, dass alles so gut gepasst und geklappt hat.

Ich will abschließend noch mal alle Danken, die geholfen haben! Ich bin kaputt aber froh, dass jetzt endlich alles hier ist!

Bleibt mir gewogen!

Kommentare:

  1. Hallo Andi!

    Danke für den ausführlichen Transport-Bericht.
    Wir haben immer an Dich gedacht,bei diesem Wetter.
    Es freut uns das alles geklappt hat.
    Glückwunsch!

    Viele Grüße Oma u. Opa

    AntwortenLöschen
  2. Immer wieder gerne und ich freue mich über jeden Kommentar. Hoffe die Beschreibung hat Euch gefallen.

    Grüße aus Gent!

    AntwortenLöschen