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Dienstag, 18. Mai 2010

Preise


Es gibt Gegebenheiten, die bringen einem zum Nachdenken, was den Wert von Dingen und Dienstleistungen anbelangt, vor allem die Relation dieses scheinbaren monetären Wertes:

Letztes Wochenende habe ich mich im örtlichen Delhaize (sone Art Rewe) mit den Dingen des Alltags eingedeckt und wie ihr vllt. wisst, ist Essen in Belgien nicht unbedingt günstig. Gut, an der Qualität kann man wirklich nichts aussetzenn, dennoch ist billig anders und vor allem als Deutscher ist das am Anfang ein Kulturschock. Mittlerweile habe ich mich ja schon daran gewöhnt, aber manchmal tut das auch mir im Geldbeutel weh. Eine 350g Tüte Pistazien für 5,99€ klingt eher nach modernem Raubrittertum oder zumindest einer Tankstelle auf der Autobahn, aber nicht nach Supermarktpreisen... Natürlich ist mir das erst nach dem Bezahlen aufgefallen, denn wer achtet schon auf Preise, wenn er hungrig einkaufen geht? Ich jedenfalls nicht, ich war nur ganz schön erstaunt über den unglaublichen Wert dieses gesalzenen Knabbergenusse. Gesalzen war auch der Preis, das steht fest...

Warum erzähle ich das eigentlich? Nun letztens ist bei meinem Fahrrad (damit fahre ich zur Arbeit, man glaubt es nicht) irgendwas kaputt gegangen, so dass die Kette nicht mehr auf den Zahnrädern blieb und ständig herunter gefallen ist. Aufgrund des langen Wochenendes konnte ich es endlich mal zur Reparatur beim Fahrrad-Fachmann um die Ecke bringen und gestern wieder abholen. Und was hat der Service des Kette Montierens mit Kürzen + vorheriger Diagnose gekostet? 6,65€. Ja genau, in einem westeuropäischen Land kostet eine Fahrradreparatur ein paar Cent mehr als eine überteuerte Tüte Pistazien. In Deutschland kostet ja schon die freundlich Ansprache durch einen Handwerker 50€, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Irgendwas ist da nicht im Gleichgewicht, wenn ihr mich fragt...

Montag, 25. August 2008

ÖPNV

Heute bin ich nach so ziemlich genau 10 Jahren das erste mal wieder mit einem Überland-Bus von meinem Heimatdorf nach Hildesheim gefahren. Das war komisch, weil da doch sehr viele Erinnerungen wach geworden sind. Lustigerweise kannte ich den Busfahrer (Theo) noch von früher. Natürlich wäre es noch besser gewesen, wenn Herr Oppermann gefahren wäre, denn der Mann war eine Legende auf unserer Bus-Route: Er sorgte immer für ein angenehmes Raumklima im Bus mit billigen Billig-Zigarren. Gerüchten zu Folge hat er mal ein ausgewachsenen Pferd mit seinem Bus erlegt. Ob das stimmt, weiß ich nicht, die Geschichte hielt sich aber sehr hartnäckig damals und wenn man ihn kennt, kann da schon was dran gewesen sein.

Bei mindestens zwei (da war ich Zeuge) Leuten hat er mal auf dem Fuß geparkt, was ihn aber nicht davon abgehalten hat, vorne einfach weiter zu kassieren anstatt seinen Bus mal ein wenig zu bewegen... Ein anderes Mal hat er uns einfach drei Dörfer vor Ende der Route aus dem Bus geworfen, weil eine dieser kleinen Scheiben, die man aufklappen konnte, kaputt gegangen war. Er meinte, er könne so nicht weiter fahren, und wir konnten dann durch die Felder nach Haus latschen. Er war schon ein wirklich angenehmer Zeitgenosse und jemand über den man noch so einiges mehr erzählen könnte.

Eigentlich wollte ich mich mit diesem Posting über die Preise auslassen: Ich war mit meiner kleinen Schwester unterwegs und für beide Wege haben wir zusammen fast 15 Euro ausgegeben. Das sind fast 30 Mark nur um mit nem unbequemen Bus über die Dörfer zu juckeln! Sind die noch ganz dicht? Ich wollte den Bus nicht in Raten abbezahlen, nur damit fahren. Wie soll das denn bitte eine Alternative zum Auto sein? Klar kostet ein Auto auch Unterhalt, Versicherung etc. aber selbst meine gute alte Bärbel säuft nicht so viel Sprit, dass mich die beiden Strecken so viel Geld gekostet hätten. Wenn wir wirklich weniger Sprit verbrauchen wollen und die Leute auf ÖPNV zurückgreifen sollen, dann muss das auch bezahlbar bleiben. Ich bin jedenfalls froh, dass ich nicht mehr mit dem Bus fahren muss. Mehr als einmal in 10 Jahren kann ich mir das eh nicht leisten :-)